Auf dem Weg in die Niederlande. Hmm, haben wir nicht eine Tour nach Frankreich angekündigt? Ja, aber vorher machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Amsterdam und besuchen Jens. Und wie immer haben wir es nicht eilig. Der Campingplatz dort erwartet uns erst am Sonntag – Zeit genug also, um ein paar Sehenswürdigkeiten auf dem Weg mitzunehmen.
Jetzt sind wir an der Küste der Normandie. Le Treport liegt an der Mündung der Bresle und ist bekannt für seine vielen Fischrestaurants sowie die Nähe zur höchsten Kreidefelswand Europas. Und einen Aufzug zum Stellplatz haben wir auch noch nicht gehabt.
Wir befinden uns in Cany-Barville auf dem Campingplatz mitten in der Stadt. Die Fahrt hierhin über Landstraßen war schon ermüdend, aber gegen Ende der Fahrt sorgte ein fast leerer Tank für etwas Aufregung. Ein wirklicher Schock überraschte uns dann aber beim Überprüfen der Kontobewegungen.
Étretat ist okay – eine relative kurze, sehr touristische Altstadtmeile, eine ebenso lange Promenade samt Kiesstrand mit Badebereich inklusive Aufsicht. Alles okay. Aber die Kreidefelsen rechts und links davon und vor allem die Wege dort hinauf und die Klippen entlang sind spektakulär.
Wir sind in Honfleur und dieser Ort übertrifft für mich alles, was ich bisher auf unserer Tour gesehen haben. Der Hafen mit einer altertümlichen Häuserzeile im Hintergrund ist praktisch ein riesiger Gastronomiebetrieb mit einem Wasserbecken mitten dazwischen. Aber in den schmalen Gassen dahinter mit ihren Angeboten an Kunsthandwerk sowie kleinen Bars und Cafes verläuft sich das Volk. Und nach einigen Anlaufschwierigkeiten haben wir auch ein Stellplatz gefunden.
Bayeux ist die erste französische Stadt, die 1944 im Rahmen der Operation „Overlord“ von der nazideutschen Besetzung befreit wurde, und daran werden wir auch an vielen Stellen erinnert. Deswegen sind wir aber nicht hier. Wir wollen uns einen Teppich ansehen – besser gesagt: Die Bildergeschichte auf dem Teppich.
In Bayeux war die Erinnerungskultur zum 2. Weltkrieg ja schon auffällig. Hier am Omaha-Strand, einem der Landungspunkte bei der Operation Neptun, kann man ihr (natürlich) nicht entgehen. Hier stehen vielerorts Panzer und Jeeps herum und Kinder salutieren für das Familienfoto vor dem Omaha-Beach-Denkmal.
Caen haben wir erst nachträglich in unser Besuchsprogramm eingeschoben, um unseren D-Day-Informationsblock mit dem Museum hier abzuschließen. An einer Stelle darin sind wir besonders gerührt. Später finde ich heraus, dass man uns wahrscheinlich etwas vorgemacht hat. Außerdem entdecken wir, dass sich hier in Caen auch für Eroberer William der Kreis schließt.
Rouen ist die Hauptstadt der Normandie. Hier wurde Jeanne d‘Arc 1431 der Prozess gemacht, hier wurde sie auf dem Marktplatz verbrannt. Richard Löwenherz, der "gute" englische König in den Robin-Hood-Filmen meiner Generation, der war im Herzen Franzose – deshalb liegt das auch hier in der Kathedrale begraben. Und die historische Altstadt von Rouen? Die ist eine Augenweide.
Nach so viel Stadt und Kirchen endlich mal wieder mitten in der Natur. Nur ein Haus in der Nähe. Okay, ein berühmtes Haus mit über 500.000 Besuchern pro Jahr. Und ein großer Garten dahinter. Und ein kleines Dorf drumherum.









